Wissenswertes über LegehennenHuhn_1g_1900

Entscheidend für eine artgerechte Legehennenhaltung ist die Beachtung des natürlichen Verhaltens besonders bei der Nahrungssuche und Aufnahme. So sind die Wildformen des heutigen Haushuhns die meiste Zeit des Tages damit beschäftigt, nach Nahrung zu suchen. Verbunden damit ist ein ausgeprägtes Umherwandern, Scharren, den Boden absuchen und picken.

Die Hennen stehen morgens um die Zeit des Sonnenaufgangs auf und verlassen ihren Schlafplatz.

Dann folgt das TRINKEN! Bevorzugt werden dabei offene Wasserflächen (Schalen und Pfützen im Auslauf); weniger gern werden auch Nippeltränken angenommen. Achtung: Wasser sollte immer zur freien Aufnahme und besonders in den heißen Monaten auch im Auslauf angeboten werden. Anderenfalls geht die Wasseraufnahme zurück, darauf folgend die Futteraufnahme und damit ganz sicher und schnell die Legeleistung. Denken Sie abgesehen davon an das Leiden der Tiere, das mit Durst verbunden ist.

Jetzt ist die NAHRUNGSSUCHE und –AUFNAHME dran. Die Hennen beurteilen und wählen ihr Futter vor allem nach Aussehen und Größe der Partikel. Dabei bevorzugen sie eine Größe von 1,5 bis 3 mm und zum Beispiel bei Getreide Weizen vor Mais vor Gerste vor Roggen vor Hafer. Geruch und Geschmack spielen eine geringere Rolle.

Gefluegelkoernermischung

Geflügelkörnermischung

Hier ein paar Worte zu geschrotetem Futter bzw. solchem in Form von Pellets (= Presslinge).

Geschrotetes Futter kommt dem Verhalten der Tiere insofern entgegen, da die Tiere längere Zeit mit der Futteraufnahme beschäftigt sind. Allerdings besteht die Gefahr, dass die gröberen Bestandteile (v.a. Getreideschrot) bevorzugt und die feineren (v.a. Eiweißfuttermittel) verschmäht werden und liegen bleiben. Dem können Sie mit einem gewissen Arbeitsaufwand entgegen wirken, indem Sie das Futter im Trog etwas anfeuchten (Vorsicht! Hygiene! D.h., die tägliche Reinigung der Futterschalen ist Pflicht).

Bei Pellets besteht die Möglichkeit einer Auswahl einzelner Bestandteile nicht. Sie sind aber recht schnell aufgefressen bzw. die Sättigungsgrenze ist schnell erreicht. Und dann kommt die große Langeweile. Zur weiteren Beschäftigung bietet sich dann auch das Gefieder der Nachbarin an, man pickt da ein bisschen und zupft dort ein bisschen und schon kann das gefürchtete Federpicken entstehen. Deshalb ist bei jeder Fütterungsform aber besonders bei dieser notwendig, den Tieren ganze Getreidekörner in der Einstreu anzubieten, die zur Suche, zum Scharren und Picken anregen.

Natürlich werden auch noch andere Faktoren für die Entstehung des Federpickens besprochen. Wenn Sie den Tieren aber die Möglichkeiten geben, ihr natürliches Verhalten auszuleben, so haben Sie schon viel zur Vorbeugung getan.
Dann folgt i.d.R. die NESTSUCHE und EIABLAGE und danach geht der Kreislauf (bis auf die Eiablage, die ist erst morgen Früh wieder dran) von vorne los.

In der mittäglichen PAUSE, die nicht unbedingt auf 12 Uhr fallen muss, ruhen die Tiere gerne auf einem erhöhten Platz und sollten nicht gestört werden. Denn jetzt beginnt sich die neue Eischale zu bilden und Störungen könnten zu Fehlbildungen führen. Dieser Ruhepause folgen weitere Futtersuche, Gefiederpflege und auch weitere Ruhezeiten.
In den letzten Stunden vor der Dämmerung wird noch einmal ordentlich gefressen. Wichtig ist hier (vorher aber auch), dass Muschelschalen angeboten werden, da in der Nacht hauptsächlich die Kalkeinlagerung in die Schale des sich neu bildenden Eis stattfindet.

UND NUN GUTE NACHT UND BIS MORGEN FRÜH, LIEBE HÜHNER!Kopf in den Sand

Übrigens, die übliche Nutzungsdauer für eine Legehenne liegt bei 12 bis 15 Monaten, dann ist die Henne erschöpft und die Legeleistung lässt stark nach. Entweder sie ergibt jetzt noch eine gute Suppe oder Sie schicken Sie in eine Legepause, in der die Henne die Gelegenheit hat, ihr Federkleid zu erneuern (Mauser) und sich insgesamt zu erholen.
Die Legepause können Sie herbeiführen, wenn Sie den Tieren über 3 Tage nur 25 g geschrotetes oder gequetschtes Getreide je Tier und Tag geben (und eventuell den Lichteinfluss auf wenige Stunden pro Tag begrenzen). Ab dem 4. Tag sind die Getreidegaben um je 10 g pro Tag bis zur Sattfütterung zu erhöhen; diese ist dann 2 bis 4 Wochen beizubehalten. Danach können Sie wieder auf das Legehennenfutter umstellen. Wasser soll immer zur freien Aufnahme zur Verfügung stehen. Die Nutzungsdauer in der 2. Legeperiode liegt bei mind. 7 Monaten.

 

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